Todesangst

Am Montag erst waren die nächsten Untersuchungen:

 

 

Erst dann würde ich wissen, wie es um mich steht.

"Ist die Leber schon befallen? Oder die Lunge? Die Knochen, sonst irgendwas oder alles? Hilfe, was wäre wenn?", ging es mir durch den Kopf. 

Die pure Panik stieg in mir auf. Immer wieder wurde ich kurzatmig, mein ganzer Körper zitterte und ich fror fürchterlich.

"Ich will nicht sterben.", meine nächsten Gedanken.

Jessica blieb das ganze Wochenende bei mir und am Montag wollte sie auch mit zu den Untersuchungen.

 

Diese quälenden Gedanken zermürbten mich.

Ich weinte, weinte und weinte.

Jessica nahm mich fest in ihre Arme, das war das Beste, was sie in dem Moment tun konnte. 

Sie sagte nur: "Ich habe auch Angst!" und wir weinten beide.

 

Ich kann mich bis heute nicht mehr richtig an dieses Wochenende erinnern. Ich weiß noch, dass es das Längste in meinem Leben war, begleitet von einer unbeschreiblichen Angst vor dem Tod.

 

Trotz der fürchterlichen Angst und der Ungewissheit, weiß ich noch, dass ich zu Jessica sagte:

"Ich hatte bisher ein wunderschönes Leben, habe all meine Träume erfüllt, sowie es bis jetzt möglich war. Ich bin durch viele Höhen und Tiefen gegangen, war alleine reisen, habe den richtigen Menschen einen Platz in meinem Leben gegeben und die falschen weggeschickt. Ich habe auch mal gegen Regeln verstoßen, Nächte durchgefeiert, gelebt, geliebt und geküsst.

Ich habe mich mit mir und dem Leben auseinander gesetzt und mich selbst gefunden. Ich bin stolz auf mich!"

 

Als ich das ausgesprochen hatte, erinnerte ich mich an die Frage, die ich mir damals einmal stellte, wie es wohl sein würde, wenn ich an meinem Todestag auf mein Leben zurückblickte. Die Antwort war: "Ich möchte glücklich und zufrieden sein." Und das war ich tatsächlich, meine Mundwinkel zogen sich leicht nach oben.